In unserem Sportstech X150 Test untersuchen wir im Detail, ob das multifunktionale Klapp-Bike mit integrierten Zugbändern und App-Konnektivität das perfekte Trainingsgerät für kleine Wohnungen ist oder ob die technische Ausstattung hinter dem futuristischen Design zurückbleibt.
Wir klären in diesem Bericht schonungslos auf, für wen sich die Investition in dieses Hybrid-Modell tatsächlich lohnt und wo die physikalischen Grenzen des Geräts liegen.

Aufbau und Lieferumfang des Sportstech X150
In unserem Praxistest befassten wir uns zunächst mit der Anlieferung und dem Montageprozess. Das Gerät erreicht den Nutzer in einem kompakten, aber stabilen Paket mit einem Gesamtgewicht von ca. 20,2 kg. Der Lieferumfang ist funktional sortiert und logisch verpackt, sodass der Aufbau selbst für handwerklich weniger begabte Einzelpersonen keine unüberwindbare Hürde darstellt.
Unsere real gemessene Aufbauzeit betrug exakt 20 Minuten. Die Qualität der beiliegenden Anleitung ist als sehr gut zu bewerten; sie arbeitet mit klaren Explosionszeichnungen und gut verständlichen deutschen Textanweisungen. Ein hilfreiches QR-Video zur Montage ergänzt das gedruckte Material sinnvoll. Ein kleiner Fallstrick beim Aufbau war die Sicherung der Schwungmasse während der Montage der Standfüße; hier ist ein gewisses Maß an Standfestigkeit gefragt, um Kratzer am Rahmen zu vermeiden. Das benötigte Werkzeug wird zwar mitgeliefert, ist jedoch lediglich für den einmaligen Gebrauch zweckmäßig. Wir empfehlen für einen langfristig festen Sitz aller Schraubverbindungen ausdrücklich die Nutzung von eigenem Qualitätswerkzeug.

Der Lieferumfang umfasst:
- Hauptrahmen mit integriertem Quick-Fold-System
- Standfüße (vorne mit integrierten Transportrollen)
- Gepolsterter Komfort-Sattel inklusive Rückenlehne und seitlichen Haltegriffen
- Multifunktions-Lenker mit integrierten Handpulssensoren
- Spartanische LCD-Konsole (3,5 Zoll)
- Zwei integrierte Power Ropes (elastische Zugbänder)
- Montagesatz und einfaches Werkzeug
- Mehrsprachige Bedienungsanleitung
Wir bewerten die Schwierigkeit des Aufbaus mit einer 2 von 5.
Design und Verarbeitung des Sportstech X150
Der erste Eindruck nach der vollständigen Montage war durchaus positiv. Das Design des Sportstech X150 wirkt progressiv und zeitlos. Die Kombination aus dem weißen Hauptrahmen und den dunklen Akzenten an Sattel und Konsole verleiht dem Heimtrainer eine moderne Optik, die sich dezent in moderne Wohnkonzepte oder Home-Offices integriert. Die Haptik der Griffe am Lenker ist angenehm griffig, wobei die Oberflächen der Konsole und der Verkleidungen aus einfachem Kunststoff bestehen, was den Budget-Charakter des Geräts unterstreicht.

In puncto Stabilität stellten wir fest, dass der Stahlrahmen laut Hersteller bis zu einem maximalen Benutzergewicht von 120 kg ausgelegt ist. In unserem Test zeigte sich jedoch, dass das geringe Eigengewicht von nur ca. 21 kg bei dynamischen Bewegungen an Grenzen stößt. Während das Gerät bei ruhigem Pedalieren stabil steht, bemerkten wir bei schnellem Treten oder bei der intensiven Nutzung der Power Ropes eine leichte seitliche Instabilität. Dies ist eine konstruktionsbedingte Eigenschaft fast aller klappbaren X-Bikes, die wir in unserem Heimtrainer Test immer wieder beobachten.
Die Materialgüte ist der Preisklasse entsprechend angemessen. Die Schweißnähte am Rahmen sind sauber ausgeführt, die Pulverbeschichtung wirkt kratzresistent. Wir konnten keinen unangenehmen Geruch nach billigen Weichmachern feststellen. Die Spaltmaße an der Gehäuseverkleidung sind weitgehend unauffällig, die Kantenentgratung ist an allen zugänglichen Stellen sauber erfolgt. Besonders erwähnenswert ist das gedichtete Tretlager mit Vierkantachse, das einen wartungsfreien Betrieb über einen längeren Zeitraum verspricht.
Unsere Trainingserfahrungen mit dem Sportstech X150
Dieser Teil bildet das Herzstück unseres Berichts und zeigt auf, warum dieses Modell in unseren Augen ein reines Einstiegsgerät ist. Das Sportstech X150 ist als 3-in-1-Heimtrainer konzipiert, was im Sportstech X150 Test zu sehr spezifischen biomechanischen Ergebnissen führte.
Fahrgefühl, Rundlauf und physikalische Grenzen
Das Fahrgefühl auf dem X150 ist durch den Riemenantrieb zwar grundsätzlich laufruhig, wird aber durch eine massive mechanische Limitierung getrübt: Die Schwungmasse ist mit 1,5 kg extrem gering dimensioniert. In unserem Praxistest stellten wir fest, dass es mit einer so geringen Schwungmasse physikalisch kaum möglich ist, einen echten, runden Lauf (Rundlauf) zu garantieren.

Besonders bei höheren Widerstandsstufen nimmt der Schwung nicht ausreicht mit, um den oberen und unteren Umkehrpunkt der Kurbelbewegung flüssig zu überwinden. Es entstehen spürbare „tote Punkte“, was das Treten ungleichmäßig und für die Gelenke weniger harmonisch macht als bei vollwertigen Ergometern.
Widerstandssystem: Nur für blutige Anfänger
Das X150 nutzt eine manuelle Magnetbremse mit 8 Widerstandsstufen. Wir haben die tatsächliche Leistung mit mit einem Pedalsystem überprüft, um objektive Daten zu liefern. Die Ergebnisse bei einer Trittfrequenz (RPM) von 50 und 90 Umdrehungen pro Minute sprechen eine deutliche Sprache:

- Stufe 1: 11 Watt / 19 Watt
- Stufe 4: 38 Watt / 64 Watt
- Stufe 8 (Max): 80 Watt / 132 Watt
Diese Messwerte belegen eindeutig: Der maximale Widerstand von 132 Watt ist für fitte Personen, ambitionierte Radsportler oder für ein effektives Kraftausdauertraining viel zu niedrig.
Wir halten fest, dass dieses Gerät ausschließlich für blutige Einsteiger, zur sanften Mobilisation im Alter oder für sehr leichtes Bewegungstraining während des Fernsehens geeignet ist. Für jeden, der bereits regelmäßig Sport treibt, ist der Widerstand schlichtweg nicht fordernd genug.

Ergonomie und Sitzposition
Die Ergonomie des Geräts ist für Personen mit einer Körpergröße zwischen 158 cm und 180 cm optimiert. Nutzer über 180 cm können auf diesem Gerät keine ergonomisch korrekte Beinstreckung erreichen, da die Sattelstütze zu kurz ist. Der Sattel ist in 6 Stufen um 9 cm höhenverstellbar, lässt sich jedoch nicht horizontal verschieben. Der Q-Faktor (Pedalabstand) liegt bei 17 cm (innen) bzw. 168 mm laut unseren Messungen an der Tretlagerwelle, was immerhin einen natürlich hüftbreiten Stand ermöglicht.
Ein Highlight für die Zielgruppe ist die Möglichkeit, zwischen zwei Sitzpositionen zu wählen:
- Aufrechte Position: Vergleichbar mit einem klassischen Citybike, gut für lockeres Cardiotraining.
- Liegeposition: Durch die Rückenlehne und die seitlichen Griffe sitzt man bequem und kann mehr Druck nach vorne auf die Pedale ausüben, was die Oberschenkelmuskulatur isolierter anspricht.

Besonders hervorzuheben sind die Power Ropes für das Oberkörpertraining. Wer klappbare Heimtrainer die wir getestet haben vergleicht, findet diese Kombination selten. Sie bringen Abwechslung, können aber den Fokus auf ein sauberes Ausdauertraining auch stören, da die Koordination zwischen Armen und Beinen auf einem instabilen X-Bike fordernd ist.
Geräuschpegel im Betrieb
In puncto Lautstärke kann das Sportstech X150 punkten. Wir haben im Betrieb einen Geräuschpegel zwischen 39 und 41 Dezibel gemessen. Dies entspricht der Lautstärke eines leisen Kühlschranks.

Der Betrieb in einer Mietwohnung ist daher absolut unproblematisch – selbst zu späten Uhrzeiten. Man kann nebenbei problemlos Musik hören oder Videos schauen, ohne die Umgebung zu stören.
Display, Technik & die Wahrheit über die Präzision
Die Konsole des X150 ist extrem spartanisch gehalten. Es handelt sich um ein einfaches LCD-Display ohne Hintergrundbeleuchtung. Dies führt dazu, dass die Anzeige bei gedimmtem Licht im Wohnzimmer kaum noch ablesbar ist. Die Bedienung erfolgt über einen einzigen, zentralen Knopf, der den SCAN-Modus steuert.

Folgende Werte werden im Wechsel angezeigt:
- Zeit (Trainingsdauer)
- Geschwindigkeit
- Distanz (aktuelle Einheit)
- ODO (Gesamtlaufleistung)
- Kalorienverbrauch (grober Schätzwert)
- Puls (via Handpuls)
- RPM (Trittfrequenz)
Wir müssen hier deutlich betonen: Man darf von der Genauigkeit dieser Konsole nicht zu viel erwarten. Die Werte für Kalorienverbrauch und Distanz basieren auf sehr einfachen Algorithmen und sollten lediglich als grober Anhaltspunkt für die eigene Motivation dienen, nicht als medizinisch oder sportwissenschaftlich belastbare Daten.
Eine Wattanzeige fehlt komplett, was für ein Gerät, das Sportstech als „Ergometer“ bezeichnet, eigentlich ein Ausschlusskriterium ist. Wer echte Präzision sucht, sollte alle getesteten Ergometere in unserem Vergleichsbereich prüfen.
Pulsmessung: Ein reines Gimmick
Die integrierte Pulsmessung erfolgt ausschließlich über die Handpulssensoren am vorderen Lenker. In unserem Sportstech X150 Test hat sich erneut bestätigt, dass solche Sensoren eher als Gimmick denn als ernsthaftes Trainingswerkzeug zu betrachten sind.
Die Messung ist extrem träge, ungenau und erfordert, dass man die Hände permanent in einer oft unergonomischen Position an den Kontaktflächen hält. Für ein gesundheitsorientiertes Herz-Kreislauf-Training sind Handpulssensoren generell ungeeignet. Zudem sind die Sensoren beim X150 in der Liegeposition für viele Nutzer kaum zu erreichen.

Konnektivität und Apps: Unsere ehrliche Meinung
Das Gerät verfügt zwar über eine Bluetooth-Schnittstelle zur Kopplung mit der Kinomap-App, doch wir müssen hier eine klare Meinung vertreten: Es macht aus unserer Sicht absolut keinen Sinn, mit diesem Gerät eine professionelle Fitness-App wie Kinomap intensiv zu nutzen.

Da das X150 eine rein manuelle Magnetbremse besitzt, gibt es keinerlei Interaktion zwischen App und Bike. Wenn Sie in der App einen Berg hochfahren, passt das Bike den Widerstand nicht automatisch an – Sie müssten manuell am Rad drehen. Zudem ist die mechanische Qualität des Bikes (Rundlauf, Widerstand) so weit von einem realistischen Fahrgefühl entfernt, dass die virtuellen Strecken von Kinomap ihren Reiz verlieren. Für ein monatliches Abo von 11,99 € erhalten Sie hier keinen echten Mehrwert. Das X150 ist ein Gerät zum „einfach Losradeln“, nicht für digitale Trainingswelten.

Wartung und Langlebigkeit
Die Wartung des Sportstech X150 ist unkompliziert. Die verbauten Lager sind gedichtet und wartungsfrei. Der Riemenantrieb muss nicht geschmiert werden. Wir raten lediglich dazu, die Pedalriemen regelmäßig auf Verschleiß zu prüfen und die Schraubverbindungen alle drei Monate nachzuziehen, da sich durch die Klappbewegung Vibrationen übertragen können.
Die Zugbänder (Power Ropes) sind eine potenzielle Schwachstelle und sollten regelmäßig auf Risse im Material geprüft werden, um Verletzungen zu vermeiden. Ersatzteile können theoretisch über den Sportstech-Service angefordert werden, wobei die Erreichbarkeit laut Nutzererfahrungen gelegentlich Geduld erfordert.
Lagerung und Transport
In dieser Kategorie ist das X150 unschlagbar. Dank des Quick Fold-Systems lässt es sich in Sekunden auf eine sehr kleine Fläche zusammenklappen.

- Aufstellmaß: 105 x 54 x 112 cm
- Lagermaß (geklappt): 56 x 54 x 140 cm
- Benötigte Lagerfläche: Nur ca. 53 cm x 56 cm
Die integrierten Transportrollen an den vorderen Standfüßen machen das Verschieben auf Hartböden sehr einfach. Aufgrund des geringen Gewichts von ca. 21 kg ist das Handling auch für zierliche Personen oder Senioren problemlos möglich. Das Gerät verschwindet bei Nichtgebrauch dezent in der Nische oder hinter der Tür.

Vor- und Nachteile des Sportstech X150
- Sehr kompakte Abmessungen und extrem kleine Lagerfläche
- Zusätzliche Bewegung für den Oberkörper durch Power Ropes
- Zwei bequeme Sitzpositionen (Aufrecht und Liegend)
- Sehr leiser Betrieb (unter 41 dB)
- Unkomplizierter Aufbau in ca. 20 Minuten
- Widerstand ist nur für blutige Einsteiger fordernd ( 135 Watt)
- Unrunder Lauf aufgrund der minimalen Schwungmasse von 1,5 kg
- Spartanisches Display ohne Beleuchtung und mit fragwürdiger Genauigkeit
- Pulsmessung via Handpuls ist ein ungenaues Gimmick
- App-Nutzung (Kinomap) aufgrund fehlender Interaktion nicht sinnvoll
- Nur für Personen bis 180 cm geeignet
Fazit zum Sportstech X150 Test
Unser Sportstech X150 Test zeigt ein durchwachsenes Bild mit klarem Fokus auf eine schmale Zielgruppe. Das Gerät ist ein Spezialist für Gelegenheitsnutzer mit extremem Platzmangel. Die Kombination aus Radfahren und Power Ropes ist ein netter Ansatz für mehr Bewegung im Alltag, kann aber über die mechanischen Schwächen nicht hinwegtäuschen.
Wir müssen deutlich sagen: Wer eine ernsthafte Verbesserung der Ausdauer oder gar ein Training für den Radsport plant, wird mit dem unrunden Lauf und dem geringen Widerstand nicht glücklich. Das X150 ist kein Ergometer im technischen Sinne, sondern ein einfacher Heimtrainer für die Basisbewegung.
Wir geben eine klare Kaufempfehlung für:
- Absolute Sportanfänger, die moderate Bewegung beim Fernsehen suchen.
- Senioren, die ein unkompliziertes Gerät zur Mobilisation benötigen.
- Nutzer mit sehr wenig Platz, die einen günstige Heimtrainer bis 200 Euro suchen.
Wir raten ausdrücklich ab für:
- Ambitionierte Sportler und Fortgeschrittene (Widerstand zu gering).
- Personen über 180 cm Körpergröße.
- Technik-Fans, die ein smartes, interaktives Training mit Apps erwarten.
Insgesamt ist das Preis-Leistungs-Verhältnis für die gebotene Materialqualität fair, solange man keine sportlichen Höchstleistungen erwartet.















