Im Finnlo Exum Test trifft der Stiftung-Warentest-Testsieger von 2015 auf moderne, app-gesteuerte Konkurrenten. Dieser Testbericht klärt, wo der Ergometer seine Stärken 2026 noch ausspielt, welche Erfahrungen du im Alltag machst und für wen sich der Kauf trotz der fehlenden App-Steuerung lohnt. Unsere Einordnung stützt sich auf mehrwöchige Praxis und einen direkten Vergleich mit Geräten aus unserer Auswahl für das mittlere Preissegment.

Wie wir den Finnlo Exum getestet haben
Das Finnlo Exum III haben wir über mehrere Wochen im Wohn- und Kellerraum eingesetzt – mit Fokus auf zwei Fragen: Wie präzise ist die Wattmessung im Alltagstraining wirklich, und wie störungsfrei bleibt ein Gelenk-schonendes Dauertraining ohne App-Anbindung? Getestet haben wir mit Nutzern zwischen 1,60 m und 1,90 m, Körpergewichten bis 85 kg und in drei Trainingsformen: lockeres Ausdauer-Cardio, HRC-Pulssteuerung und Wattkonstant-Intervalle. Der Brustgurt-Vergleich mit dem Ohrpuls-Clip lief parallel über mehrere Einheiten.
Aufbau, Lieferumfang und erster Eindruck
Das Auspacken des Finnlo Exum III zeigt, dass die Qualität bereits bei der Logistik anfängt. Die 39 kg Eigengewicht sind in einer aufwendigen Verpackung gesichert, der Transport vom Frachtband bis in den Trainingsraum läuft schadlos.
Lieferumfang und Montage im Alltag
Der Lieferumfang ist vollständig und durchdacht, nur der Brustgurt muss separat gekauft werden. Enthalten sind:

- Grundrahmen Finnlo Exum III mit Lenkerstützrohr und Lenker
- Sattelstütze und Komfortsattel mit Stoffbezug
- Pedale mit Riemen und Körben
- Trainingscomputer mit LCD-Display und Netzadapter
- Ohrpuls-Clip zur Herzfrequenzmessung
- Aufbauanleitung auf Deutsch mit bebilderter Schritt-für-Schritt-Führung
- Werkzeugsatz und Kleinteile
Für die Montage durch eine Einzelperson brauchen wir rund 90 Minuten, andere Tester kommen bei gleicher Routine auf etwa 60 Minuten. Zu zweit geht es noch schneller. Die Anleitung ist eindeutig bebildert, die Schrauben sind ordentlich verarbeitet.
Fummelig ist einzig der Zusammenbau des filigranen Plastikgehäuses um den Lenker. Bei unserem Testgerät war zudem die Tretkurbel werkseitig nicht fest genug angezogen – das Ergebnis waren Klopfgeräusche im Betrieb, die sich mit dem beiliegenden Werkzeug in wenigen Minuten beheben lassen. Ein kleiner Endkontroll-Patzer, der in dieser Preisklasse nicht passieren sollte.
| Metrik | Wert |
|---|---|
| Aufbauzeit alleine | ca. 90 Minuten |
| Schwierigkeit | 2 von 5 (einfach, vereinzelt fummelig) |
| Benötigtes Werkzeug | im Lieferumfang |
| Häufigste Fallstricke | Lenker-Plastikgehäuse, lose Tretkurbel ab Werk |
Beim Qualitätscheck fallen uns an zwei inneren Verbindungsstellen großflächig abgesprungene Lackstellen auf. Nach der Montage sind sie nicht mehr sichtbar, sie sprechen aber gegen den ansonsten hochwertigen Gesamteindruck.
Materialgüte, Haptik und Stabilität
Optisch überzeugt das Exum III mit klassischem Silber/Schwarz und im Querschnitt ovalen Stahlrohren, die dem Gerät eine eigene Ästhetik geben. Der stoffbezogene Sattel fühlt sich deutlich angenehmer an als die üblichen Plastiksättel der Konkurrenz, auch die Griffe haben eine hochwertige Haptik.

Die Konstruktion ist für ein Nutzergewicht von 150 kg ausgelegt und wirkt dank der 39 kg Eigengewicht grundsätzlich standfest. Bei intensiven Fahrten zeigt der Rahmen aber mehr Bewegung als erwartet. Das Wackeln ist schon bei 80 kg Fahrergewicht spürbar, mit steigender Intensität oder größeren Nutzern nimmt es zu. Ein Kastenprofil hätte hier mehr Verwindungssteifigkeit gebracht als die ovalen Rohre.

Hinzu kommt Spiel in der Sattelbefestigung: Der Sattel schwankt seitlich leicht, was im Intervall stört. Die Lenker-Arretierung ist ein zweiter Schwachpunkt – trotz festgezogener Schraube bleibt ein minimales Spiel. Beide Details waren 2015 noch branchenüblich, heute sind sie ein klarer Kritikpunkt in der Mittelklasse.
Aus der Haptik-Perspektive stören uns zusätzlich dezente Ausdünstungen der Lenkergriffe in den ersten Tagen. Der ganze Trainingsraum riecht anfangs leicht chemisch, nach Berühren bleibt der Geruch kurz an der Haut. Das widerspricht dem damaligen „Gut“-Urteil der Stiftung Warentest zu Schadstoffen in den Griffen. Bis die Gerüche verflogen sind, hilft ein Überzieher über den Lenker oder konsequentes Lüften des Trainingsraums nach jeder Einheit der ersten Trainingswoche.
Trainingserfahrungen mit dem Finnlo Exum
Das Fahrgefühl ist der Kern dessen, wofür das Finnlo Exum seit 2015 gekauft wird. Hier zeigt das Gerät, warum es als Klassiker gilt – trotz der Stabilitäts-Kritikpunkte aus dem letzten Kapitel.
Fahrgefühl und Rundlauf mit der Induktionsbremse
Das Fahrgefühl ist ausgezeichnet und fließend über den ganzen Bewegungszyklus. Die 8 kg Schwungmasse werden durch die Kombination aus Induktionsbremse (Wirbelstrombremse) und Rillenriemenantrieb optimal genutzt. Spürbare tote Punkte oder Ruckeln im Tritt gibt es nicht – ein Qualitätsmerkmal, das viele günstigere Magnetbrems-Geräte aus unserer Auswahl unter 500 Euro nicht erreichen.

Das Ansprechverhalten ist präzise und direkt. Eine Widerstandsänderung über die Konsole ist sofort fühlbar, verläuft aber nicht ruckartig. Der große Vorteil der Induktionsbremse gegenüber einfachen Magnetbremsen: Sie regelt die Belastung drehzahlunabhängig, die Wattvorgabe bleibt bei unterschiedlichen Trittfrequenzen stabil.
Watt-Leistung und HA-Klassifizierung
Die Belastung lässt sich in feinen 5-Watt-Schritten dosieren, die Spannweite reicht von 25 W bis 400 W. Das ist genau der Korridor, den gesundheits- oder leistungsorientierte Nutzer brauchen, und deutlich feiner als die groben 10- oder 20-Watt-Sprünge vieler Günstiggeräte.
| Merkmal | Finnlo Exum III | Mittelklasse-Standard |
|---|---|---|
| Widerstandssystem | Induktionsbremse | oft nur Magnetbremse |
| Watt-Bereich | 25–400 W | 25–300 W |
| Schrittweite | 5 W | 10–20 W |
| Klassifizierung | Klasse HA (EU-zertifiziert) | meist nicht zertifiziert |
| Drehzahlunabhängig | ja | nur bei wenigen Modellen |
Die Klasse HA nach DIN EN ISO 20957-1/5 ist die entscheidende Hausnummer: Sie garantiert eine EU-zertifizierte Wattgenauigkeit und ist eine der Voraussetzungen für sinnvolles Puls-Watt-Training. Für Intervallpläne mit konkreten Wattvorgaben ist das Exum damit eine verlässliche Trainingsgrundlage. Unsere Einordnung, warum die Schwungmasse in Kombination mit dem Bremssystem wichtiger ist als die reine Kilogramm-Zahl, liest du im passenden Ratgeber.
Ergonomie: Sitz, Lenker, Pedale
Das Exum III ist für Körpergrößen von 155 cm bis 200 cm ausgelegt. In unseren Erfahrungen mit Testern zwischen 1,60 m und 1,90 m gibt es deutlich Luft nach oben und unten – ein Pluspunkt für Familien, die das Gerät gemeinsam nutzen. Wenn du sehr klein oder sehr groß bist, lohnt ein Blick in unsere Spezialauswahl für über 1,90 m.

Der Pedalabstand (Q-Faktor) liegt bei 20 cm. Der Stand ist natürlich und hüftbreit, das Knie-Tracking bleibt auch bei hohem Widerstand unauffällig. Im Vergleich zu sehr schmalen Indoor Bikes ist der Q-Faktor etwas breiter, bleibt aber im gelenkschonenden Bereich. Die Standard-Pedale haben Riemen und Korb; die Befestigung der Pedalriemen ist eine kraftaufwendige Frickelei, die beim ersten Einstellen mehrere Minuten kostet.

Der Sattel ist in allen Achsen verstellbar – horizontal vor/zurück und vertikal in der Höhe. Diese Flexibilität ist in der Mittelklasse keine Selbstverständlichkeit. Bei einigen Testern führt eine weit nach vorne geschobene Position allerdings zu Schmerzen im Steissbein, ein leichtes Kippen nach hinten erhöht wiederum den Druck im Schambereich. Für Nutzer mit Konfektionsgröße 48 aufwärts ist der Sattel zudem zu breit und nicht ideal geformt – ein Tausch gegen einen schmaleren Sattel ist sinnvoll.

Der Lenker ist in der Höhe nicht verstellbar, nur die Neigung lässt sich anpassen. Das kompensiert die fehlende Höhenanpassung nur bedingt und ist ein klares Manko im mittleren Preissegment. Verschiedene Griffpositionen sind möglich, einen dedizierten Mehrfachgriff bietet der Lenker nicht. Die Griffe sind nicht besonders griffig und dünsten zu Beginn aus. Nach 45 bis 60 Minuten spüren wir wegen des breiten Sattels und der minimalen Lenkerbewegungen leichten Druck in der Hüftregion. Wer regelmäßig Einheiten über einer Stunde fährt, sollte hier Sattel und Griffe von Anfang an als Upgrade-Kandidaten einplanen.

Geräuschpegel im Alltag
Das Finnlo Exum ist sehr leise im Betrieb – einer der stärksten Praxis-Vorteile. Die Kombination aus Riemenantrieb und Induktionsbremse arbeitet auch bei hoher Intensität nahezu lautlos. Messbar stört nur gelegentliches Knacken, das wir auf die bereits beschriebenen Wackelmomente in Sattel und Lenker zurückführen.
Konkret heißt das: Training in der Mietwohnung ist problemlos auch abends möglich, ohne Nachbarn zu stören. Fernsehen oder Musikhören nebenher klappt ohne angehobene Lautstärke. Der laute Piepton des Computers bei jeder Tastenänderung (rund 60 dB) ist dagegen störend genug, um ihn zu deaktivieren – beim Exum III geht das nur durch Manipulation des Piezolautsprechers. Wenn dir Flüsterbetrieb wichtiger ist als App-Support, sind auch die Modelle aus unserer Auswahl besonders leiser Ergometer einen Vergleich wert.
Bestes Angebot *Display, Technik und Konnektivität
Der Trainingscomputer des Exum III ist funktional, zeigt aber klar sein Alter – vor allem beim Thema App-Anbindung. Wichtiger Hinweis: Der neue Exum 2025 ist App-kompatibel. Der folgende Abschnitt bezieht sich auf das ältere, nach wie vor verkaufte Exum III.
Konsole, Anzeigewerte und Bedienung
Das Herzstück ist ein LCD-Display mit Blue Backlight. Die Beleuchtung sorgt für gute Lesbarkeit, der Kontrast ist in Ordnung, könnte aber höher sein. Das Display ist nicht im Neigungswinkel verstellbar, was die Lesbarkeit bei bestimmten Sitzhaltungen einschränkt.

Alle relevanten Trainingsdaten werden permanent angezeigt:
- Trainingszeit und zurückgelegte Distanz
- Geschwindigkeit und Umdrehungen pro Minute (RPM)
- Kalorienverbrauch und Herzfrequenz
- Aktuelle Wattleistung
Die Bedienung läuft über Tasten und ist nach dem Lesen der Anleitung brauchbar, aber umständlich und nicht immer intuitiv. Störend bleibt der laute Piepton bei jeder Eingabe. Insgesamt entspricht die Anzeige exakt dem, was die HA-Klassifizierung verlangt – fehlen tut uns nichts Wesentliches.

Trainingsprogramme, Pulsmessung und Features
Der Programmumfang ist beachtlich und vielseitig:
- 12 Berg- und Talprofile als klassische Fitnessprogramme
- 4 HRC-Programme mit automatischer Widerstandsanpassung an die Zielherzfrequenz
- 4 User-Profile zur Speicherung individueller Trainingsdaten
Die HRC-Programme sind besonders nützlich für gesundheitsorientiertes Herz-Kreislauf-Training, weil der Widerstand automatisch angepasst wird, um die eingestellte Pulsobergrenze zu halten. Das hebt das Exum von den rein manuellen Geräten der Einstiegsklasse ab.
Die Pulsmessung läuft über zwei Wege: Der mitgelieferte Ohrpuls-Clip funktioniert, wird im Dauerbetrieb aber schnell als nervig empfunden – vor allem mit Ohrringen. Der 5-kHz-Empfänger für optionale Brustgurte liefert deutlich präzisere Werte und ist unsere Empfehlung für ernsthaftes HRC-Training. Handpulssensoren an den Griffen gibt es nicht.

An der Konsole findest du eine Tablet-Halterung, die ihren Zweck erfüllt. Flaschenhalter oder USB-Ladeport fehlen. Der Wattmodus hält eine Ziel-Wattzahl (z. B. 200 W) drehzahlunabhängig stabil und bleibt innerhalb der engen HA-Toleranz – ideal für therapeutisches Training oder präzise Intervalle.
App-Support und Schnittstellen: die Schwachstelle
Das Finnlo Exum III hat keinen offiziellen App-Support. Moderne Schnittstellen wie Bluetooth FTMS oder ANT+, die Zwift, Kinomap oder Echelon zur Widerstandssteuerung brauchen, fehlen. Die in der Produktbeschreibung erwähnte Bluetooth-Funktion konnten wir im Test nicht als funktionierende Schnittstelle für gängige Trainings-Apps bestätigen – sie bleibt für interaktives Training praktisch irrelevant.
Konkret heißt das:
- Keine Steuerung durch Kinomap oder Zwift: Virtuelle Fahrten mit Steigungsanpassung sind nicht möglich. Du kannst die Apps nur passiv nutzen und den Widerstand manuell über die Konsole steuern.
- Kein Strava- oder Apple-Health-Sync: Ein direkter Export von Trainingsdaten ist nicht vorgesehen, die Übertragung läuft nur über Umwege mit Zusatzsensoren.
- Kein modernes Trainingserlebnis: Wenn du interaktive Steigungs- und Widerstandssimulation willst, raten wir vom Exum III klar ab.
Für diesen Fall lohnt der Blick in unsere Auswahl app-kompatibler Ergometer oder in die Modelle mit großem Bildschirm und App-Integration. Wer beim Finnlo bleiben will und trotzdem App-Steuerung braucht, sollte direkt zum FTMS-kompatiblen Nachfolger Exum 2025 greifen – die Mehrkosten rechnen sich über die gesamte Nutzungsdauer, sobald Zwift oder Kinomap zum Alltagstraining gehören.
Bestes Angebot *Wartung, Langlebigkeit und Lagerung
Der Finnlo Exum ist auf Langlebigkeit bei geringem Wartungsaufwand ausgelegt – ein wichtiger Pluspunkt für Nutzer, die ein Gerät jahrelang ohne Servicekosten im Einsatz halten wollen.
Das Herzstück ist der wartungsfreie Rillenriemenantrieb. Er braucht weder Schmierung noch regelmäßige Riemenspannung wie eine Kette. Der geschlossene Korpus schützt die inneren Komponenten zuverlässig vor Staub. Die Lagerqualität ist solide – von dem anfänglichen Knackgeräusch abgesehen, das auf die lose Tretkurbel ab Werk zurückgeht und sich einmalig beheben lässt.

Typische Schwachstellen im Dauerbetrieb:
- Klopfgeräusche durch nicht fest angezogene Tretkurbeln (Qualitätskontrolle beim Hersteller)
- Knackgeräusche durch minimales Lenkerspiel
- Dokumentation der Fitnessprogramme in der Anleitung könnte ausführlicher sein
Der Service des Herstellers ist in der Regel gut erreichbar – ein Punkt, den du bei vielen asiatischen Billigmarken nicht bekommst. Ersatzteile für Sattel, Lenker und Pedale sind über den deutschen Support in der Regel verfügbar, was die Reparaturfreundlichkeit gegenüber Import-Geräten deutlich erhöht.
Bei den Maßen ist das Exum III mit 102 × 55 × 125 cm (L × B × H) ein mittelgroßes Gerät. Die Stellfläche liegt bei etwas über einem halben Quadratmeter, klappbar ist das Gerät nicht. Für kleine Räume oder geteilte Zimmer lohnt ein Blick in unsere kompakteren Alternativen. Die 39 kg Eigengewicht sind zwar hoch, die eingebauten Transportrollen machen das Verschieben innerhalb eines Raumes aber unkompliziert. Wichtig: Die Sitzschraube muss sehr fest angezogen sein, sonst kippt der Sitz beim Absteigen oder Verschieben nach vorne.

Die höhenverstellbaren Füßchen sind nur bedingt nützlich, weil sie in Zwischenpositionen nicht arretiert werden. Bei weit ausgedrehtem Gewinde wackelt der Stand. Eine Bodenschutzmatte kompensiert das zuverlässig, dämpft Vibrationen und schützt Laminat oder Parkett vor Kratzspuren. In unseren Erfahrungen über mehrere Monate zeigt sich zusätzlich, dass eine regelmäßige Sichtkontrolle der Schraubverbindungen alle vier bis sechs Wochen reicht, um das leichte Wackeln in Sattel und Lenker kontrollierbar zu halten. Mehr Pflege braucht das Gerät nicht – die Mechanik ist trotz der Kritikpunkte beim Rahmen auf viele Jahre Nutzung ausgelegt.
Vor- und Nachteile im Überblick
- Nahezu lautloser Betrieb dank Rillenriemen und Induktionsbremse
- Präzise Wattsteuerung von 25 bis 400 W, Klasse HA (EU-zertifiziert)
- Hervorragendes, rundes Fahrgefühl ohne tote Punkte
- Fein dosierbare Lasteinstellung in 5-Watt-Schritten
- Hohe Belastbarkeit bis 150 kg
- 18 Trainingsprogramme, davon 4 HRC-Programme
- Sitz vertikal und horizontal verstellbar (155–200 cm)
- Kein App-Support beim Exum III (kein FTMS/ANT+)
- Lenker nicht höhenverstellbar, nur Neigung
- Leichte Wackler in Sattel und Lenker bei intensiver Belastung
- Lauter Computer-Piepton, nur mit Eingriff dauerhaft leise
- Pulsmessung primär über Ohrpuls-Clip, Brustgurt nur optional
Lohnt sich das Finnlo Exum? Unser Fazit zum Test
Das Finnlo Exum III erreicht 81 von 100 Punkten und ist für Puristen mit Fokus auf Wattgenauigkeit eine der verlässlichsten Optionen im mittleren Preissegment – wer interaktive App-Steuerung oder kompromisslose Rahmensteifigkeit sucht, findet in gleicher Preisklasse inzwischen modernere Alternativen.
Der präzise Klassiker punktet weiter durch die Induktionsbremse und eine fließende Fahrperformance, die das Gerät 2015 bis zum Stiftung-Warentest-Testsieger gebracht hat. Unsere Erfahrungen im mehrwöchigen Praxistest bestätigen den Kern dieses Urteils: Das Rundlaufgefühl, die fein dosierbare Wattsteuerung und der nahezu lautlose Betrieb sind auch 2026 noch überzeugend. Gleichzeitig bleibt das Gerät gut, aber kein Massstab mehr: Der Markt hat in Stabilität und digitaler Vernetzung aufgeholt, und in genau diesen beiden Punkten hat der Stiftung-Warentest-Sieger von damals heute die deutlichsten Schwächen.
Für die Einordnung heißt das konkret: Wenn dein Trainingsplan stark auf Watt- und Pulsvorgaben basiert und du App-Steuerung nicht vermisst, ist das Exum III eine der direktesten Optionen in dieser Preisklasse. Willst du dagegen virtuelle Strecken, Zwift-Events oder Strava-Auswertungen, ist der Aufpreis für ein FTMS-kompatibles Modell sofort sichtbar im Alltag. Die Wackelei im Rahmen macht sich zusätzlich bei größeren Nutzern oder intensivem Stehend-Fahren bemerkbar – hier lohnt der Blick auf Geräte mit Kastenprofil-Konstruktion.
Preis-Leistungs-Verhältnis: Der aktuelle Preis ab rund 630 € ist angesichts der technischen Präzision (Klasse HA, Induktionsbremse) und der soliden Bauweise fair. In der gleichen Preisklasse liefern Konkurrenten inzwischen aber vergleichbare Präzision kombiniert mit FTMS-App-Kompatibilität und stabilerem Rahmen. Über die gesamte Nutzungsdauer rechnet sich der Aufpreis für ein moderneres Modell schnell, sobald App-Integration Teil deines Trainings wird – beim reinen HRC- und Wattkonstant-Training bleibt das Exum III dagegen preislich attraktiv.
Klare Kaufempfehlung für:
- Gesundheitsorientierte Trainierende, die präzise Puls- und Wattsteuerung brauchen (HRC-Programme, Klasse HA)
- Ruhesuchende und Wohnungstrainierende, denen nahezu lautloser Betrieb wichtiger ist als App-Features
- Ambitionierte Radfahrer, die verlässliche Watt-Vorgaben für Intervalltraining suchen
Nicht geeignet für:
- Technik-Enthusiasten, die Kinomap, Zwift oder andere App-Steuerungen nutzen wollen
- Nutzer über 1,90 m mit hohen ergonomischen Ansprüche, denen die fehlende Lenker-Höhenverstellung Probleme macht
Wenn dir interaktives Training wichtig ist, lohnt der Vergleich mit unserer Auswahl app-gesteuerter Alternativen oder dem neuen, FTMS-kompatiblen Exum 2025. Für alle anderen bleibt das Exum III das, was es seit 2015 ist: ein ehrlicher Ergometer mit klarem Fokus auf Wattgenauigkeit und Langzeit-Stabilität in den Kernkomponenten.
Finnlo Exum III oder Exum 2025 – welches Modell passt zu dir?
Der Exum III lohnt sich, wenn du präzise Wattsteuerung ohne App-Bedarf willst und Preis-Leistung im Vordergrund steht. Der Exum 2025 ist die richtige Wahl, sobald Zwift, Kinomap oder Strava-Sync zu deinem Trainingsalltag gehören – er bringt FTMS-Kompatibilität mit, behält aber das ausgereifte Bremssystem.
| Kriterium | Exum III | Exum 2025 |
|---|---|---|
| App-Steuerung (FTMS) | nein | ja |
| Induktionsbremse | ja, bewährt | ja, weiterentwickelt |
| Klasse HA | ja | ja |
| Preis-Segment | ab ca. 630 € | ab ca. 900 € (Richtwert) |
| Ideal für | Puristen, HRC-Training | Zwift-Nutzer, datengetriebene Fahrer |
Wenn dir reines Intervall- und Pulstraining reicht, bringt der Aufpreis zum 2025er wenig. Sobald interaktive Apps Teil deines Trainings sind, rechtfertigt sich der Preisunterschied über die gesamte Nutzungsdauer.














